{"id":471,"date":"2020-01-07T18:18:26","date_gmt":"2020-01-07T17:18:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pirschheidi.com\/2020\/?p=471"},"modified":"2020-12-04T14:26:58","modified_gmt":"2020-12-04T13:26:58","slug":"tittenprufung-eine-gesellschaftskritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pirschheidi.com\/2020\/tittenprufung-eine-gesellschaftskritik\/","title":{"rendered":"Tittenpr\u00fcfung &#8211; eine Gesellschaftskritik"},"content":{"rendered":"\n<p>Dass es sich bei Maurice Haase um einen philosophischen und empathischen jungen Zeitgenossen handelt, m\u00f6chte ich anhand seiner Tondichtung &#8222;Tittenpr\u00fcfung&#8220; belegen:<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegebenerma\u00dfen scheint das Sujet recht schl\u00fcpfrig, ja fast schon obsz\u00f6n zu sein. Wenn man jedoch pr\u00e4zise hinschaut, erkennt man die exzellente Lyrik und gesellschaftskritische Profundit\u00e4t, die sich hinter diesem brillanten Elaborat zeitgen\u00f6ssischer Musikevolution verbirgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Handlung beginnt in einer popul\u00e4ren Schnellrestaurantkette, weil der Protagonist Hunger versp\u00fcrt. Er begehrt &#8222;ein zwei Burger&#8220;. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass es sich bei der Eins und der Zwei um die ersten Zahlen der Fibonnacci-Zahlenfolge handelt. Die Summe der ersten beiden Einsen ergibt die dritte Zahl in Folge: die Zwei. Damit betont er die substanzielle Relevanz seiner nun folgenden Aspekte. Nachdem er die Bestellung get\u00e4tigt hat, &#8222;schiebt er sich die Dinger rein&#8220; und betont damit die kritische Grundhaltung zur gesellschaftlich verankerten primitiven Pr\u00e4ferenz zum z\u00fcgigen Verzehr von Nahrungsmitteln aus Massentierhaltung und umweltsch\u00e4digender Pflanzenzucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend richtet er das Augenmerk auf die v\u00f6llig unterbezahlten Mindestlohnarbeitskr\u00e4fte und derer ruin\u00f6ser Ideologie. Wenn er betont, dass von der Betriebsangeh\u00f6rigen die &#8222;T\u00fcten gepresst&#8220; sind, dann ist dies vor allem als Metapher f\u00fcr den Arbeitsdruck und die psychologische B\u00fcrde der Angestellten im Allgemeinen zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem fragw\u00fcrdigen &#8222;Genuss&#8220; des Schnellgerichtes untersucht er das signifikante Joch der Restaurantfachkr\u00e4fte genauer. Oberfl\u00e4chlich gesehen, wird er rigoros n\u00f6tigend, doch bei genauerer Betrachtung analysiert er den Leidensdruck der meist weiblichen Angestellten, der vom Management vehement ausgenutzt wird. Diese fragile Situation ist desolat und die Betroffenen reagieren meist reserviert und versch\u00e4mt, wenn man sie damit konfrontiert. Maurice Haase jedoch sieht es als seine Pflicht &#8222;genauer hinzuschauen&#8220; zu apperzipieren und das Thema nicht unter den Teppich zu kehren, was er im Refrain des Liedes deutlich herausarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Szenenwechsel: im zweiten Teil des St\u00fcckes besch\u00e4ftigt sich Haase mit der insuffizienten Situation an den deutschen Gerichten. Die Gestalt der Gerichtsbarkeit stellt er in Form einer griesgr\u00e4migen Richterin dar, &#8222;unter derer Robe&#8220; (hinter den Kullissen des Justizsystems) es ungel\u00f6ste und mannigfaltige Zerw\u00fcrfnisse gibt. Auch das wird offiziell nat\u00fcrlich meistens bestritten. Doch der S\u00e4nger sp\u00fcrt die Verantwortung, auch in diesem Fall nicht wegzuschauen. Gewissenhaft schaut er Justizia auf die &#8230; Finger und \u00f6ffnet uns allen die Augen f\u00fcr die verheerenden Zust\u00e4nde, die Disharmonie und die Antagonsimen, die an den deutschen Gerichten vorherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Apell expressis verbis an den Rest der Gesellschaft ist invariabel: schaut hin. Schaut Tag und Nacht hin und \u00f6ffnet eure Augen f\u00fcr die Ungerechtigkeit und Intoleranz, die in unserem Lande immer weiter Fu\u00df fassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Tittenpr\u00fcfung - Maurice Haase (Offical Lyrik Video)| Karneval Hit 2020\" width=\"525\" height=\"295\" data-src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3SDUuLzIKzs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" data-load-mode=\"1\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Und wer den genialen Sch\u00f6pfer dieses Werkes pers\u00f6nlich kennenlernen m\u00f6chte, trifft ihn bei unserem Apr\u00e8s Ski Special der Pirschheidi in der Villa Feodora am 25.1. diesen Jahres. Tickets gibt es unter:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.pirschheidi.com\/tickets\">https:\/\/www.pirschheidi.com\/tickets<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es sich bei Maurice Haase um einen philosophischen und empathischen jungen Zeitgenossen handelt, m\u00f6chte ich anhand seiner Tondichtung &#8222;Tittenpr\u00fcfung&#8220; belegen: Zugegebenerma\u00dfen scheint das Sujet recht schl\u00fcpfrig, ja fast schon obsz\u00f6n zu sein. 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