{"id":975,"date":"2024-07-07T12:31:23","date_gmt":"2024-07-07T10:31:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pirschheidi.com\/2020\/?p=975"},"modified":"2024-07-07T12:31:23","modified_gmt":"2024-07-07T10:31:23","slug":"auftrittsverbot-fur-pirschheidi-zu-gunsten-der-stadt-potsdam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pirschheidi.com\/2020\/auftrittsverbot-fur-pirschheidi-zu-gunsten-der-stadt-potsdam\/","title":{"rendered":"Auftrittsverbot f\u00fcr Pirschheidi zu Gunsten der Stadt Potsdam"},"content":{"rendered":"\n<p>Stellungnahme des K\u00fcnstlerkollektivs &#8222;Pirschheidi&#8220; zum Auftrittsverbot am 06.07. in der Schiffbauergasse Potsdam<\/p>\n\n\n\n<p>Wir planten, wie immer am Sommeranfang, die &#8222;Pirschheidi goes Marina&#8220; am 06.07. in der Marina am Tiefen See stattfinden zu lassen. Alle beteiligten Vertragspartner waren mit &#8222;im Boot&#8220;. Parallelveranstaltungen wurden gesichtet und als nicht kontraproduktiv eingestuft. Im Vorhinein wurde ein nicht unerhebliches Kartenkontingent verkauft. Es konnte losgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Donnerstag, dem 04.07. wurde uns eine Nachricht des Kulturmanagements der Stadt Potsdam weitergeleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Darin teilte man der Marina am Tiefen See mit, dass man am Samstag, dem 06.07. eine eigene Veranstaltung &#8222;Inseln der Zukunft&#8220; unter dem Motto &#8222;Entschleunigung&#8220; geplant hat. Die Programmpunkte w\u00e4ren leise und sensibel und w\u00fcrden durch eine Schlagerparty gest\u00f6rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf eine Nachfrage bei der Marina zu dort geplanten Veranstaltungen h\u00e4tte man nicht reagiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Einsatz von vielen F\u00f6rdergeldern h\u00e4tte man ein Jahr lang darauf hingearbeitet und laute Partymusik vertr\u00fcge sich leider so gar nicht mit dem Motto Entschleunigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachricht enthielt Kompromissvorschl\u00e4ge, die darauf abzielten, dass man seitens der Marina &#8222;leise f\u00e4hrt&#8220;, diverse Pl\u00e4ne \u00fcbermittelt, den Einlass verlagert etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich seien auch die anstehenden und feiernden Menschen ein weiterer L\u00e4rmfaktor, der die Veranstaltungen auf dem Schirrhof und den Freifl\u00e4chen &#8222;massiv beeintr\u00e4chtigt&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Seitens der Marina wurde deshalb f\u00fcr den 06.07. abgesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir nehmen wie folgt dazu Stellung:<\/p>\n\n\n\n<p>Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert die freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemals w\u00fcrden wir auf den abwegigen Gedanken kommen, die Veranstaltung eines Mitbewerbers zu boykottieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir vor einigen Jahren mit der Pirschheidi an den Start gingen, wollten wir Farbe in die k\u00fcmmerliche Kulturlandschaft der Stadt Potsdam bringen. Seinerzeit starb eine Feier-Location nach der anderen und ein reiner Schlagergenuss war bestenfalls in der angrenzenden Gro\u00dfstadt m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem hielten wir mit unserem frischen Show-Konzept, mit Live-K\u00fcnstlern und lustigen Aktionen entgegen. Der Name &#8222;Pirschheidi&#8220; zeigt, wie verbunden wir uns mit unserer geliebten Heimatstadt f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wissen wir darum, dass wir nur eine kleine Nische abdecken. Dementsprechend waren wir aber auch nie &#8222;laut&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind eine Gemeinde lebensfroher Zeitgenossen, die es genie\u00dfen, wenn sie wenige Stunden im Jahr in Pathos, Herzschmerz und Wehmut schwelgen und sich vielleicht dem ein oder anderen entspannenden Tanz hingeben k\u00f6nnen. Das ist unsere Art der Entschleunigung vom stressigen Alltag und den belastenden Herausforderungen unserer Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das stemmen wir ohne F\u00f6rdergelder, aber so professionell wie m\u00f6glich. Mit dem, was nach einer Pirschheidi und dem Abzug aller Kosten (Security, K\u00fcnstlergagen, Hotelkosten, Marketing, Mieten, horrenden GEMA- und Stadtgeb\u00fchren! etc.) \u00fcbrig bleibt, privatfinanzieren wir u.a. hochmoderne Technik, die nur dort Musik erschallen l\u00e4sst, wo wir es w\u00fcnschen &#8211; n\u00e4mlich auf unserer Tanzfl\u00e4che und eben nicht in den Nachbargeb\u00e4uden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie fremd erscheint uns da die Chuzpe, jemand anderem abzuverlangen, auf unsere Zusammenk\u00fcnfte R\u00fccksicht nehmen zu m\u00fcssen! Es w\u00e4re uns peinlich, im Vorfeld einer Fremdveranstaltung zu den jeweiligen Organisatoren zu gehen und diese mit Vorurteilen und haltlosen Glaubenss\u00e4tzen zu \u00fcbersch\u00fctten. Denn dies w\u00e4re in unseren Augen eine &#8222;massive Beeintr\u00e4chtigung&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vor allen Dingen w\u00fcrden wir niemals versuchen, jemanden an der freien Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit in unserer Zivilgesellschaft zu hindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Quartier Schiffbauergasse ist es uns immer wieder eine Freude, zu sehen, wie die verschiedenen Veranstalter es schaffen, das bunte Feiervolk unter einen Hut zu bringen. Wir selbst genie\u00dfen jeden Sommer die quirligen Spr\u00fcnge zwischen den einzelnen Hotspots, k\u00fchle Getr\u00e4nke unter schattigem Laub und den gro\u00dfen Zeh im Wasser der Havel.<\/p>\n\n\n\n<p>Es stimmt uns grenzenlos traurig, dass die Stadt Potsdam nun auch darauf ihr bedrohliches Monopole culturel erhebt und mit dieser besch\u00e4menden Aktion versucht, freien Menschen ihren eingeschr\u00e4nkten Kulturbegriff aufzuzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher haben wir solche Kapriolen der Stadtverwaltung (siehe Erlebnisnacht) stillschweigend in Kauf genommen. Dort: &#8222;s\u00e4\u00dfe man am l\u00e4ngeren Hebel&#8220; und: &#8222;lasst uns vern\u00fcnftig, friedlich und kreativ bleiben&#8220;. Aber es gibt Grenzen, die man einfach nicht \u00fcberschreitet. Und ein Pirschheidi-Verbot ist eine Grenze, die es aufzuzeigen gilt. Das sind wir uns, unseren G\u00e4sten und unseren teilweise existenzbedrohten Partnern schuldig.<\/p>\n\n\n\n<p>Potsdam war mal grau und d\u00fcster. Ein solches Potsdam wollen wir nie wieder erleben m\u00fcssen und es gilt, dem schleichenden Prozess der zunehmenden Farblosigkeit Einhalt zu gebieten!<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Stadt Potsdam, wie w\u00e4re es auf unserer gemeinsamen &#8222;Insel der Zukunft&#8220; mit einem g\u00f6nnenden und kreativen Miteinander? Wir h\u00e4tten so viele Ideen zum Motto des Abends beitragen und unsere gemeinsamen G\u00e4ste herzhaft entschleunigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht vertraut ihr den Menschen hierzulande einfach mal wieder ein bisschen, statt immer gleich den Teufel an die Wand zu malen. Die meisten von uns sind mehr als nur ein &#8222;L\u00e4rmfaktor&#8220;. Wir sind verantwortungsvolle Erwachsene, die R\u00fccksicht \u00fcben, Lautst\u00e4rkeregler bedienen und einer Stra\u00dfenbahn aus dem Weg gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme des K\u00fcnstlerkollektivs &#8222;Pirschheidi&#8220; zum Auftrittsverbot am 06.07. in der Schiffbauergasse Potsdam Wir planten, wie immer am Sommeranfang, die &#8222;Pirschheidi goes Marina&#8220; am 06.07. in der Marina am Tiefen See stattfinden zu lassen. Alle beteiligten Vertragspartner waren mit &#8222;im Boot&#8220;. Parallelveranstaltungen wurden gesichtet und als nicht kontraproduktiv eingestuft. 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